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Informationen zum Heft 2/2009
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Tanja M. Brinkmann, Rena Fehre:
Auf dem Weg zum familienbewussten Unternehmen – ein hindernisreicher Lernprozess. Ergebnisse einer qualitativen Studie
Die Autorinnen verfolgen die Fragestellung, welche Hindernisse die Implementierung, Weiterentwicklung und Nutzung von Angeboten zur Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben in Unternehmen erschweren. Dies wurde auf der Basis einer qualitativen Studie in Unternehmen untersucht, die aufgrund ihrer familienbewussten Personalpolitik zertifiziert sind. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Unternehmen bei der Etablierung und dem Ausbau von Angeboten zur Vereinbarkeit von Erwerbsund Privatleben mit vielfältigen und vielschichtigen Hindernissen zu kämpfen haben. Dennoch scheitern sie nicht, sondern es zeigen sich deutliche Lernprozesse.
Daniela Rastetter, Sibylle Raasch:
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) als Sparversion – Ergebnisse einer Unternehmensbefragung
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz löste vor seiner Einführung Mitte 2006 kontroverse Diskussionen aus, insbesondere Arbeitgeber befürchteten Missbrauch und erhöhte Kosten. Eine Unternehmensbefragung anderthalb Jahre nach Einführung des Gesetzes mittels Interviews mit Personalverantwortlichen, Betriebsräten und Gleichstellungsakteuren untersucht, ob sich die Befürchtungen bewahrheitet haben. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur Klagewellen ausgeblieben sind, sondern die Unternehmen auch nur in beschränktem Umfang ihre personalpolitischen Routinen verändert haben. Anpassungen gab es fast nur im Bereich der Stellenausschreibungen. Implikationen für Gleichstellungsfragen werden diskutiert.
Frank Bauer, Philipp Fuchs:
"Fördern" beim Wort genommen! – Betriebliche Praxiserfahrung und einzelfallbezogene Qualifikation als Schlüssel zum Erfolg für Langzeitarbeitslose
Die Einführung der „Gesetze für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ markiert einen Wendepunkt in der deutschen Wohlfahrtsproduktion von „aktiver“ zu „aktivierender Arbeitsmarktpolitik“. Vor dem Hintergrund dieses Paradigmenwechsels untersucht der Beitrag die Strukturen des im Zuge dieser Reformen eingeführten Arbeitsmarktinstruments der Arbeitsgelegenheit in der Entgeltvariante anhand der Implementationsanalyse des Modellprojekts „JobTrainer NRW“. Kennzeichnend für diese Umsetzung sind insbesondere ein mehrstufiger Selektionsprozess, eine starke Praxis- und Vermittlungsorientierung sowie die sozialpädagogische Begleitung. Es zeigt sich, dass dieses Projekt nicht nur erhebliche Chancen für eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt bietet, sondern auch ein Beispiel für Aktivierung jenseits der oftmals kritisierten Konditionalisierung und Drangsalierung darstellt.
Dorothea Alewell, Birgit Benkhoff:
Zeitarbeitnehmer als Beschäftigte zweiter Klasse? Perspektiven zur sozialen Differenzierung in Betrieben
Die Untersuchung zeigt, dass Zeitarbeitnehmer nicht nur gezwungen sind, nachteilige Arbeitsbedingungen hinzunehmen, sie erleben im Gefolge ihrer Diskriminierung auch einen sozialen Statusverlust. Auf der Grundlage einer Gelegenheitsstichprobe von insgesamt 157 Interviews sowohl mit Leiharbeitnehmern und Stammmitarbeitern als auch Führungskräften aus Einsatzunternehmen, Personaldienstleistern und Personaldienstleisterverbänden werden die gebräuchlichen Kriterien für die soziale Einordnung abgeleitet. Die Zitate illustrieren auch die abweichende Behandlung von Leiharbeitnehmern und Motive hinter deren Benachteiligung.
Julia Reuter, Brigitte Liebig:
Arbeitsplatz Hochschule – Männer zwischen Lehrstuhl und Familie
Das Problem der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Elternschaft genießt angesichts der Diskussion um „familienfreundliche Hochschulen“ hohe Aufmerksamkeit. Dabei weist die Forderung nach konkreten arbeitsorganisatorischen Maßnahmen zur Unterstützung von Wissenschaftlern mit Kind(ern) auf das grundsätzliche Problem einer Entgrenzung von Leben und Arbeit hin. Anhand einschlägiger Studien werden die besonderen Erfordernisse und Orientierungen von Hochschullehrern untersucht. Auf der Grundlage von berufsbiografischen Interviews werden konkrete Beispiele angeführt, wie Männer Kind(er) und Karriere vereinbaren und wie das Umfeld Hochschule darauf Einfluss nimmt.
Sylvia Wächter:
Zur kulturellen Prägung deutscher und japanischer Rekrutierungsverfahren
Eva Dräger, Renate Soellner:
Etablierung familienfreundlicher Maßnahmen an der Hochschule: Ist eine Kurzzeitbetreuungseinrichtung eine sinnvolle Zukunftsinvestition? Eine multimethodale Bedarfsanalyse
Falk Richter:
55. Kongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaften vom 4. bis 6. März 2009 in Dortmund
Kerstin Jürgens
Arbeits- und Lebenskraft. Reproduktion als eigensinnige Grenzziehung
besprochen von Gerd Peter, Dortmund