Zeitschrift Arbeit, Jahrgang 2001

Heft 1 - Heft 2 - Heft 3 - Heft 4

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Heft 1 / 2001

Udo E. Simonis:
Strukturwandel der Wirtschaft und Entlastung der Umwelt

Schrumpfen und Wachsen sind, wie die theoretische Reflexion zeigt, inhärente Bestandteile des Strukturwandels der Wirtschaft und sie sollten, wie die empirische Analyse erweist zu elementaren Bestandteilen einer ökologischen Strukturpolitik werden. In diesem Aufsatz wird anhand vergleichender empirischer Studien festgestellt dass der autonome wirtschaftliche Strukturwandel zwar eine notwendige, jedoch keine hinreichende Bedingung einer nachhaltigen Entwicklung (sustainable development) ist. In der Praxis ist Politik daher weiterhin gefragt eine effektive ökologische Politik allerdings, die vor allem aber nicht ausschließlich von zwei Ressorts formuliert und implementiert werden muss: der Umwelt und der Wirtschaftspolitik.

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Hermann Bartmann, Jan A. Schwaab:
Nachhaltige Entwicklung und Globalisierung

Nachhaltigkeit und Beschäftigung werden in der Literatur und Politik vorwiegend als Spannungsfeld diskutiert. Diese Sicht ist unseres Erachtens vordergründig und beruht auf einer verkürzten Wahrnehmung der Beziehungen zwischen Ökologie und Ökonomie. Im vorliegenden Beitrag wird herausgearbeitet, dass sich die Kontroverse primär auf paradigmatische Gründe zurückführen lässt. Vor dem Hintergrund einer ökologisch-ökonomischen Auseinandersetzung mit dem neoklassischen Wachstumsparadigma werden dann die Grundlinien einer sozial-ökologischen Beschäftigungsstrategie erarbeitet. Diese umfasst - außer einer Beachtung von Ressourcen- und Tragfähigkeitsgrenzen - auch Effizienz- und Suffizienzansätze in Richtung technischer, sozialer und institutioneller Innovationsstrategien. Dabei wird auch auf die im Globalisierungszeitalter zu beachtenden internationalen Interdependenzen eingegangen.

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Karl Georg Zinn:
Arbeit, Nachhaltigkeit und Beschäftigung

Die Analyse der Zusammenhänge von nachhaltigem Wirtschaften einerseits und Wachstum, Beschäftigung und Strukturwandel andererseits steht im Mittelpunkt. Anhand jüngst publizierten makroökonomischen Szenarien sowie einem mesoökonomischen Beispiel aus dem Wohnungsbau werden die Wachstums- und Beschäftigungswirkungen ökologisch orientierten Interventionismus auch quantitativ umrissen. Die Integration der Nachhaltigkeitspolitik in den langfristigen Strukturwandel bietet die Möglichkeit, der säkularen Wachstumsabschwächung zumindest temporär entgegen zu wirken.

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Eyko Ewers, Ernst-H. Hoff, Jens Walter:
Ökologisches Verantwortungsbewusstsein und Ansatzpunkte zur Förderung im Unternehmen

In diesem Beitrag wird eine Konzeption zum ökologischen Verantwortungsbewusstsein vorgestellt, die sich auf folgende Teilbereiche bezieht: (a) auf das ökologische Denken bzw. Strukturwissen zu Umweltproblemen; (b) auf ökologische Kontrollvorstellungen zu Handlungsmöglichkeiten angesichts dieser Probleme sowie (c) auf ökologische Moral- bzw. Wertvorstellungen. Zuerst geht es um die theoretischen und empirischen Zusammenhänge zwischen diesen Teilbereichen. Außerdem wird auf Bezüge zum tatsächlichen Umwelthandeln eingegangen. Anschließend werden Konsequenzen für die Förderung des ökologischen Verantwortungsbewusstseins und des Umwelthandelns im Unternehmen aufgezeigt. Diese zielen vor allem auf den Bereich der Umweltbildung, auf die Integration individuellen Umwelthandelns in kollektive Handlungsstrategien und auf die Entwicklung einer ökologischen Konfliktkultur im Unternehmen.

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Guido Becke, Bärbel Meschkutat, Petra Weddige:
Umweltmanagementsysteme: Hemmschuh oder Auslöser für sozial-ökologische Lernprozesse in Kleinunternehmen der Bauwirtschaft?

Die Einführung eines Umweltmanagements ist in Kleinbetrieben vergleichsweise wenig verbreitet. Anhand eines Modellprojekts in der Bauwirtschaft soll aufgezeigt werden, unter welchen Voraussetzungen das Umweltmanagement als Katalysator für sozial-ökologische Lernprozesse in Kleinunternehmen wirken kann. Eine kommunikative und organisatorische Einbettung von Managementsystemen ist erforderlich für ihre Anschlussfähigkeit an kleinbetriebliche Strukturen. Ein umweltorientierter Organisationswandel bleibt begrenzt, wenn es nicht gelingt, paternalistische Kommunikationsmuster in Kleinunternehmen zu verändern.

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Kurzbeitrag

Robert Tschiedel:
Arbeit und nachhaltige Innovationen - Zukunftsaufgaben für Technologiezentren

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Tagungsbericht

Global Dialogue „Science & Technology - Thinking the Future“
(Olaf Katenkamp/Martina Riezler, Dortmund)

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Heft 2/2001

Vera Weiss, Ivars Udris:
Downsizing und Survivors.Stand der Forschung zum Leben und Überleben in schlanken und fusionierten Organisationen

In diesem Beitrag wird der internationale Stand der (vorwiegend psychologischen) Forschung zu den individuellen und sozialen Auswirkungen von organisationalen Personalreduktionen (genannt „Downsizing“) auf die Verbleibenden (genannt “Survivors) dargestellt. Die fast ausschließlich angelsächsische Forschung kommt zum Ergebnis, dass die mit dem Personalabbau angezielten ökonomischen Gewinne (Bsp. tiefere Kosten) und organisationalen Ziele (erhöhte Produktivität) sehr oft nicht erreicht werden. Eine Erklärung dafür sind die negativen emotionalen, einstellungs- und verhaltensmässigen Reaktionen der Survivors. Besondere Rolle kommt der Verschiebung und Auflösung des „psychologischen Kontrakts“, der impliziten Übereinkunft zwischen Unternehmen und Arbeitnehmenden, zu. Arbeitsplatzunsicherheit und damit verbundene motivationale Verluste an Commitment und Engagement sowie gesundheitliche Folgen sind in Rechnung zu stellen, ebenso die Rolle des mittleren Managements und damit zusammenhängende Status- und Karriereprobleme. Der Beitrag versteht sich als Anregung für die notwendige theoretische und empirische Forschung, die im deutschsprachigen Raum erst in Ansätzen existiert.

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Andrea Fried, Ralf Wetzel, Christof Baitsch:
Leistungsbeurteilung und Geschlechtsdiskriminierung. Kritisch-konstruktive Bemerkungen

In Zeiten einer zunehmenden Bedeutung betrieblicher Personalbeurteilung und leistungsabhängiger Entlohnung stellt sich die Frage, inwieweit Instrumente der Leistungsbeurteilung Geschlechtsdiskriminierungen in personal- und führungspolitischen Entscheidungen stützen oder sogar verdecken können.
Der Artikel wirft einen kritischen Blick auf unser gesellschaftlich verankertes Verständnis von Leistung, bietet eine dazu differierende Beschreibung der Leistungsbeurteilung als sozialen Prozess an und skizziert auf dieser Basis Quellen der Geschlechtsdiskriminierung. Abschließend werden Gestaltungshinweise für Instrumente der Leistungsbeurteilung gegeben.

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Sabina Littmann-Wernli, Renate Schubert:
Frauen in Führungspositionen - Ist die "gläserne Decke" diskriminierend?

Häufig endet die berufliche Karriere von Frauen an einer sogenannten “gläsernen Decke”. Bei Männern scheint dies eher nicht der Fall zu sein. Dies ist erstaunlich, da sich heutzutage die Qualität der Berufsausbildung von Frauen und Männern stark ähnelt. Es stellt sich daher die Frage nach Gründen für Existenz und Persistenz der “gläsernen Decke” - und zwar gerade auch für Frauen in Führungspositionen.
Ein wesentlicher Grund scheint darin zu liegen, dass Arbeitnehmer aufgrund von Erwartungen über ihre künftige Arbeitsproduktivität eingestellt und in unterschiedliche Positionen gebracht werden. Erwartungen über die Produktivität von Managerinnen sind maßgeblich von Stereotypen über den Durchschnitt der Frauen geprägt und können in den meisten Fällen empirisch nicht untermauert werden. Ein wichtiges derartiges Stereotyp ist etwa die Auffassung, Frauen würden häufiger als Männer und vor allem familienbedingt ihre Arbeitsstelle verlassen. Ein weiteres Stereotyp ist das einer höheren Risikoaversion von Frauen. Beide Stereotype sind insbesondere für Managerinnen nicht haltbar. Eine “gläserne Decke” ist daher als diskriminierend anzusehen.

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Christel Kumbruck:
Was ist Kooperation? Kooperation im Lichte der Tätigkeitstheorie

Der Beitrag befasst sich mit der Entwicklung eines prozessorientierten Kooperationskonzeptes. Es wird von vier Perspektiven auf Kooperation ausgegangen: eine „sach- oder aufgabenbezogene“, eine „soziale“, eine „organisierende“ und eine „kommunikative“ Perspektive, die in den Einzelwissenschaften „Arbeitspsychologie“, „Sozialpsychologie“, „Organisationswissenschaften“ und „Kommunikationswissenschaften“ behandelt werden. Es wird aufgezeigt, dass deren Ansätze eher statisch sind und eine Fortschreibung und Integration der Perspektiven auf Grundlage des tätigkeitstheoretischen Ansatzes fruchtbar ist.

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Barbara Weißbach:
Expertenwelten und Managementpraxis: Zur Mikropolitik des Wissens

Im Vorfeld von betrieblichen Modernisierungskonzepten wächst die Bedeutung überlegenen Expertenwissens. Gleichzeitig besteht verstärkter Subjektivitätsbedarf im Sinne hoher Entscheidungs- und Handlungserfordernisse. Mit diesem Beitrag soll die Diskussion um die Rolle von Experten in betrieblichen Modernisierungsprozessen, um die anerkannte oder verweigerte Geltung ihres Wissens, um die Anschluss- und Überzeugungsfähigkeit ihrer Situationsdefinitionen in organisatorischen Kontexten aus einer mikropolitischen Perspektive des Wissens weiterentwickelt werden.

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Kurzbeitrag

Manfred Körber, Jolanda Staman:
Der Wandel der Arbeitsgesellschaft im Spiegel aktueller sozialethischer Texte

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Tagungsbericht

3. Zukunftsforum - "Arbeiten und Lernen - Lernkultur
Kompetenzentwicklung und Innovative Arbeitsgestaltung"

(Anna Stefaniak, Dortmund)

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Heft 3/2001

Marion Brehm:
Emotionen in der Arbeitswelt.Theoretische Hintergründe und praktische Einflussnahme

Emotionen sind in der Arbeitswelt in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Positive Emotionsqualitäten - wie Freude und Stolz - stehen in Zusammenhang mit der Qualität der Arbeit und sind dann von besonderer Relevanz, wenn die Zukunft der Arbeit in hochindustrialisierten Ländern zur Diskussion steht. Aber auch negative Gefühle - wie Stress, Angst oder Neid - müssen betrachtet werden, denn Mitarbeiter, die in ihrer Handhabung kompetent sind, vermögen sich schneller von kritischen Ereignissen oder Misserfolgen des Arbeitslebens zu erholen. Darüber hinaus besteht die Kunst der Dienstleistung in modernen Gesellschaften zum großen Teil in der Fähigkeit, mit eigenen Emotionen und den Gefühlen von Kunden reflektiert umzugehen.

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Olaf Struck, Julia Simonson:
Stabilität und De-Stabilität am betrieblichen Arbeitsmarkt. Eine Untersuchung zur betrieblichen Übergangspolitik in west- und ostdeutschen Unternehmen

Erwerbsarbeit wird in der Literatur durch eine gesteigerte Formenvielfalt gekennzeichnet. Anknüpfend an diese Diskussion soll gezeigt werden, welche Beschäftigungsmuster west- und ostdeutsche Unternehmen heute bevorzugen.
Hierfür wird anhand qualitativer Betriebsfallanalysen die Rolle der Unternehmen, d.h. konkret die Bedeutung ihrer Übergangspolitik hinsichtlich des Einflusses auf unterschiedliche Ein-, Auf- und Ausstiegswege im Kontext arbeitsmarkttheoretischer Annahmen untersucht.
Dabei wird im Ergebnis deutlich: Zum Erhalt der Qualifikation und Motivation der Beschäftigten richten personalverantwortliche Entscheidungsträger ihre Handlungen an der Fortexistenz dauerhafter Beschäftigungsverhältnisse aus. Hierbei zeigt sich, das Beschäftigungsstrukturen als Ergebnisse früherer Handlungen Entscheidungsspielräume erheblich beeinträchtigen können.

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Norbert Malanowski, Karin Töpsch:
Industriepolitik und industrielle Beziehungen in Baden-Württemberg: Konturen eines neuen Arbeitsfeldes?

Angesichts veränderter Handlungsanforderungen – entstanden durch tiefgreifende Organisationsreformen auf betrieblicher Ebene, verschärfte Wettbewerbsbedingungen und die nachlassende Bindungskraft des Tarifsystems – versuchen die überbetrieblichen Akteure der industriellen Beziehungen, ihren Aktionsradius zu erweitern. Empirisch fassbare Initiativen jenseits der traditionellen tarifpolitischen Handlungsfelder finden sich vor allem im Bereich der Industriepolitik. Hier bildet sich komplementär zur Betriebs- und Tarifpolitik ein neues Arbeitsfeld heraus, das im Rahmen der Analyse von Veränderungen im System der industriellen Beziehungen zu berücksichtigen ist, da es auch hier um die Definition von Arbeitsbedingungen und Arbeitsregelungen geht. Diese Entwicklung wird am Beispiel der industriellen Beziehungen in Baden-Württemberg vorgestellt.

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Annika Lantz, Peter Friedrich, Agneta Brav:
Erfolgreiche Arbeit in Gruppen. Die Kunst der Auswahl von Gruppenmitgliedern

Die Effekte von Gruppenarbeit wurden in einer schriftliche Umfragestudie mit dem Produktionspersonal (n = 754) in acht schwedischen Industrieunternehmen untersucht. Unterschiede in der Gruppengröße, der alters- und geschlechtermässigen Zusammensetzung der Gruppen als auch dem Motivationsbild der einzelnen Gruppenmitglieder wurden untersucht, um deren Bedeutung für Effekte von Gruppenarbeit auf Unternehmens-, Gruppen- und Individualebene zu zeigen. Gruppenmitglieder mit einem aktiven Motivationsbild gaben mehr positive Effekte an als solche, die über weniger solcher Möglichkeiten verfügten. Bei der Implementierung von Gruppenarbeit ist es wichtiger, solche beeinflussbaren Aspekte, wie der Möglichkeit zum Lernen in der Arbeit und zur Nutzung eigener Kompetenz, Autonomie und Arbeits(un)zufriedenheit der Gruppenmitglieder zu ermitteln, als sich auf einfache Daumenregeln zur Gruppengröße und Geschlechter- und Alterszusammensetzung zu stützen.

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Johann Welsch:
Fachkräftemangel: Blockieren Qualifikationsdefizite die New Economy?

Die IT-Branche steht seit wenigen Jahren im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Politik und Wirtschaft. Trotz Börsencrash und zunehmender Pleiten bei Internetfirmen und trotz Tausender arbeitsloser IT-Experten klagt die Branche lauthals über Fachkräftemangel und dadurch bedingte Wachstums- und Arbeitsplatzverluste. Wie aber ist es möglich, dass bei einem unübersehbaren Heer von Arbeitslosen Arbeitsplätze nicht besetzt werden können? Was sind die tieferen Ursachen für diese scheinbar urplötzlich aufgetauchte Arbeitskräftelücke? Gibt es eine solche “Lücke” tatsächlich? Oder spiegelt sie lediglich den sattsam bekannten Wunsch der Unternehmen nach “olympiareifen Belegschaften” wider? Der Artikel befasst sich mit Antworten auf diese Fragen. Die Klagen über den Fachkräftemangel als “Wachstumsbremse” der New Economy” unterstellen einen Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Arbeitskräften und dem Produktionswachstum. Deshalb gilt es zunächst, mehr Licht in den Zusammenhang von Arbeit, Wissen und Wirtschaftswachstum zu bringen, bevor die These vom Fachkräftemangel als Wachstumsbremse für die New Economy genauer überprüft wird.

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Kurzbeitrag

Thomas Haipeter:
Vertrauensarbeitszeit in Bankfilialen

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Tagungsbericht

Von den Nachbarn lernen. Beschäftigungswirksame Arbeitszeitpolitik in Europa
(Renate Schneider, Köln)

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Heft 4/2001

Wolfgang Streeck:
Kontinuität und Wandel im deutschen System der industriellen Beziehungen: Offene Fragen

Trotz tiefgehenden wirtschaftlichen und politischen Wandels erscheint das deutsche System der industriellen Beziehungen bemerkenswert stabil. Neue Forschungsergebnisse über den Einfluss der Internationalisierung auf die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern in den einhundert größten deutschen Unternehmen bestätigen diesen Eindruck. Genauere Betrachtung zeigt jedoch eine wachsende Abhängigkeit des Tarifverhandlungssystems von dem System der sozialen Sicherung; Tendenzen zu einem verfestigten Dualismus im Arbeitsmarkt und im Arbeitsmarktregime; eine Einkapselung des ursprünglich universalistischen Systems industrieller Bürgerrechte in ein schrumpfendes Segment der Wirtschaft; eine zunehmende Entpolitisierung und „Privatisierung“ von Beteiligungsrechten; einen Trend zur Integration von Interessenvertretung am Arbeitsplatz in die Arbeitsorganisation; und einen Rückgang der Fähigkeit des Nationalstaats, in die private Sphäre großer Unternehmen einzugreifen.

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Richard Croucher, Alison Mitchell:
Privatisierung und Dezentralisierung: Herausforderungen für Großbritanniens Gewerkschaften im öffentlichen Dienst

Der Artikel untersucht die Auswirkungen von Privatisierungsprozessen auf UNISON, eine Dienstleistungsgewerkschaft, die nach den Gewerkschaftszusammenschlüssen der 1990er Jahre Großbritanniens größte Gewerkschaft ist. Er leistet einen Beitrag zu der Diskussion um die Wirkung von Vermarktlichtungstendenzen im öffentlichen Sektor auf Gewerkschaften als Institutionen der Arbeit. Die Privatisierung öffentlicher Aufgaben wirkt oft in Richtung einer Dezentralisierung der industriellen Beziehungen. Die neuen, durch Zusammenschlüsse gewachsenen Gewerkschaften müssen darauf angemessene organisatorische Antworten finden. Zugleich verändern sich die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und es entstehen so neue Gestaltungsaufgaben für die Gewerkschaften. Arbeitsbeziehungen, die man in diesen Sektoren Großbritanniens, auch ohne ein „duales System der Interessenvertretung“ als sozialpartnerschaftlich bezeichnen kann, geraten unter Druck. Die Privatisierungsprozesse stellen die Gewerkschaften außerdem vor neue Herausforderungen zur Verteidigung öffentlicher Dienste. Am Beispiel zweier Fallstudien im Organisationsbereich von Unison, lassen sich so Probleme diskutieren, die gleichermaßen andere Gewerkschaften betreffen, die vornehmlich im öffentlichen Sektor agieren.

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Sebastian Hoering, Stefan Kühl, Alexander Schulze-Fielitz:
Homogenität und Heterogenität in der Gruppenzusammensetzung. Eine mikropolitische Studie über Entscheidungsprozesse in der Gruppenarbeit

Der Beitrag schließt an die Diskussion über die Auswirkungen homo- oder heterogener Gruppenzusammensetzung in teilautonomen Arbeitsgruppen an. Dabei geht er über die Erörterung eines „one best way“ hinaus und lenkt den Blick auf die sozialen Prozesse innerhalb der Arbeitsgruppen. Basierend auf einer Fallstudie über ein Unternehmen, das teilautonome Gruppenarbeit sowohl auf der operativen wie auch auf der ersten Führungsebene einsetzt, wird eine mikropolitische Forschungsperspektive erarbeitet, die es erlaubt diese Eigendynamik der sozialen Prozesse innerhalb der Arbeitsgruppen mit der Art der von den Gruppen zu lösenden Aufgaben in Beziehung zu setzen. Es zeigt sich, dass heterogene Gruppenzusammensetzungen zumeist zu einer informellen Rehierarchisierung führen, die eine schnellere Entscheidungsfindung in Konfliktsituationen ermöglicht, aber auch ausgiebige fachliche Diskussionen innerhalb der Gruppe erschwert. Während bei Gruppen im operativen Bereich eine starke Ausrichtung der Gruppe erreicht wird, weil der Beitrag des Einzelnen zum Betriebsergebnis leichter nachvollziehbar ist, kommt es bei Gruppen im Führungsbereich leichter zu eskalierenden Machtkämpfen.

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Sabine Raeder, Gudela Grote:
Flexibilität ersetzt Kontinuität. Veränderte psychologische Kontrakte und neue Formen persönlicher Identität

Mit der Flexibilisierung von Arbeitsverhältnissen verändern sich auch die psychologischen Kontrakte, d.h. die wechselseitigen Angebote und Erwartungen von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden. Parallel dazu wird vermehrt auch individuell der Wunsch nach mehr Flexibilität im Berufsalltag oder in der beruflichen Laufbahn geäussert. In der vorliegenden auf qualitativen Interviews beruhenden Studie wird die Veränderung der psychologischen Kontrakte in Unternehmen wie auch bei Personen, die ihren Beruf gewechselt haben, untersucht. Letztere wurden zudem zu ihrer persönlichen Identität befragt. Die Interviewdaten wurden mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Es kann gezeigt werden, dass die Veränderung psychologischer Kontrakte von einer konservativen bis hin zu einer drastischen Ausprägung variiert. In den persönlichen Biographien behält der Beruf zwar noch eine dominierende Stellung, die befragten Personen planen ihre berufliche Entwicklung jedoch unter Berücksichtigung vielfältiger Optionen und integrieren deren Wechselhaftigkeit in die eigene Identitätsdefinition. Als Konsequenz daraus wird empfohlen, Personen darin zu unterstützen, Sicherheit in den eigenen Kompetenzen statt in Betriebs- oder Berufszugehörigkeit zu suchen.

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Alexandra Wagner:
Entgrenzung der Arbeit und der Arbeitszeit?

Der Beitrag behandelt die Frage, ob sich in Bezug auf den Wandel der Beschäftigungsformen und der Arbeitszeiten Tendenzen der „Entgrenzung“ von Normalarbeit beobachten lassen. Die Autorin zeigt anhand empirischer Fakten, dass sich Veränderungen derzeit eher am oberen und unteren Rand des Beschäftigungssystems ausmachen lassen, während der Kernbereich der Normalarbeit zumindest bisher von diesem Wandel bestenfalls tangiert wird. Eine Analyse der Triebkräfte des Wandels legt eine Interpretation als Nebeneinander von Be- und Entgrenzungen bzw. einer Polarisierung von Beschäftigungsstrukturen nahe. Anhand internationaler Vergleiche wird gezeigt, dass Politik und Regulierung einen starken Einfluss auf den Wandel der Beschäftigungsstrukturen haben. Die Autorin begründet ihre Auffassung, wonach der Begriff der Entgrenzung am treffendsten dort anzuwenden ist, wo sich derzeit eine Veränderung des Arbeitsvertrags vollzieht.

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Kurzbeitrag

Frank Frick:
Zusammenarbeit von Arbeitsämter und Kommunen ausbauen

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Tagungsberichte

Demokratie und Engagement - Prof. Dr. Phil. Christian von Ferber zum 75. Geburtstag
(Andreas Renner, Düsseldorf)

Systemic Management
(Jens Faust, Dortmund)

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