Hartmut Hirsch-Kreinsen:
Entwicklungschancen von Low-Tech-Industrien.Einfache Produkte intelligent
produzieren
Gegenstand des Beitrags sind Entwicklungsbedingungen und chancen eines industriellen Sektors, der aufgrund der hier produzierten einfachen Produkte als Low-Tech-Sektor bezeichnet werden kann. In der aktuellen wissenschaftlichen und politischen Debatte über die zukünftige industrielle Entwicklung wird dieser Sektor weitgehend ausgeblendet, da allein Hochtechnologien und wissensintensiven Wirtschaftsbereichen Zukunftschancen eingeräumt werden. Im vorliegenden Beitrag wird demgegenüber gezeigt, dass es sich bei dem Low-Tech-Sektor um einen Wirtschaftsbereich handelt, der durchaus auch in einem hoch industrialisierten Land wie Deutschland Entwicklungschancen aufweist. Diese basieren auf einer spezifischen industriellen Kompetenz, die als praktische im Anschluss an die wissens- und industriesoziologische Debatte begriffen werden kann. Um ihre jeweils verfügbare praktische industrielle Kompetenz zu mobilisieren, müssen Unternehmen spezifische Rationalisierungs- und Innovationsstrategien verfolgen. Wie anhand einer Reihe von Unternehmensfällen gezeigt werden kann, richten sich diese vor allem auf den nachhaltigen Wandel der in den Low-Tech-Unternehmen vielfach eingefahrenen Personal- und Organisationsstrukturen. Ausgehend von diesen empirischen Befunden werden in dem Beitrag abschließend einige Überlegungen zum derzeit viel diskutierten Begriff des Wissens und der Wissensarbeit skizziert.
Klaus Thunig, Peter Knauth:
Erfolgsfaktoren für die Zielerreichung von Fertigungsteams. Eine
theoretische und empirische Analyse
Gruppenarbeit als leistungsfähige Arbeitsorganisationsform in der Fertigung ist in modernen Industrieunternehmen zunehmend weit verbreitet. In bisherigen Studien wird die Leistung von Fertigungsteams lediglich auf Ebene der Organisation abhängig von der Arbeitsorganisation und der Aufgabenstruktur untersucht, so dass die Unterschiede zwischen der Leistung verschiedener Fertigungsteams durch diese Studien nicht erklärt werden können. Mit der vorliegenden Untersuchung wurde daher das Ziel verfolgt, ein umfassendes Modell zur Erklärung der Zielerreichung von Fertigungsteams theoretisch abzuleiten und anschließend im Rahmen einer Feldstudie empirisch quantitativ zu überprüfen. Die Evaluation des Modells erfolgte anhand einer Mitarbeiterbefragung, durch die Daten von insgesamt 723 Mitarbeitern und 105 Teamleitern erhoben wurden, mit anschließender Anwendung kovarianzstrukturanalytischer Verfahren. Dabei konnten die im Modell unterstellten Wirkungsbeziehung weitgehend bestätigt werden. Abschließend werden Konsequenzen dieser Studie für weiterführende Forschungsvorhaben aufgezeigt.
Bärbel Bergmann, Ulrike Pietrzyk:
Lernanforderungen von Arbeitsaufgaben und Kompetenzentwicklung
Veränderungen in der Arbeitswelt begründen, dass Lernen ein wesentlicher Bestandteil von Berufsarbeit ist. Die in der Berufsarbeit erforderliche Qualität des Lernens wird in jüngerer Zeit mit Kompetenzentwicklung bezeichnet. Unter Kompetenz wird die Befähigung zu selbst organisiertem Lernen verstanden. Kompetenzentwicklung findet zum großen Teil im Prozess der Arbeit durch die Auseinandersetzung mit Aufgaben statt. Eine Stichprobe Erwerbstätiger mit einer Qualifikation auf technischem Gebiet wird in Personen mit stabilen, qualifikationsgerechten Berufsbiografien und in Berufsbiografien mit Brüchen klassifiziert. Deutliche Effektunterschiede im Selbstkonzept beruflicher Kompetenz können mit dem Umfang an Lernanforderungen in den Arbeitsaufgaben in Zusammenhang gebracht werden. Mit linearen und hierarchischen Regressionsanalysen wird geprüft, in welchem Umfang eine Varianzaufklärung im Selbstkonzept beruflicher Kompetenz durch die Lernanforderungen in der Arbeit gelingt.
Hans J. Pongratz:
System- und Subjektperspektive in der Organisationsberatung
Während die soziologische Diskussion von Organisationsberatung bisher vor allem auf systemtheoretische Ansätze Bezug nimmt, wird hier versucht, eine ergänzende subjektorientierte Perspektive unter Berücksichtigung herrschaftskritischer Positionen zu entwickeln. Denn typischerweise überlagern sich betriebliche Hierarchie und Beratungsauftrag in der Form, dass die Auftraggeber zugleich Vorgesetzte der zu beratenden (oder von Beratung betroffenen) Mitarbeiter sind. Um die Kooperation dieser Mitarbeiter im Beratungsprozess zu erreichen, werden in den vorherrschenden Beratungsansätzen verschiedene Strategien vorgeschlagen: Autorität, Motivation, Partizipation, Neutralität. Angesichts der unvermeidbaren Verstrickung der Berater in Machtdynamiken wird hier hingegen für eine Verhandlungsstrategie plädiert, mit welcher zusätzlich zum Rahmenauftrag der Auftraggeber mit den betroffenen Mitarbeitern konkretisierende Kernaufträge ausgehandelt werden.
Kurzbeiträge
Gertrud Kühnlein:
Elemente einer Lernenden Verwaltung - Workshop-Ergebnisse
Uwe Wilkesmann:
Beratung einer kleinen Kommunalverwaltung: das Beispiel der Stadtverwaltung
Hattingen
Klaus J. Zink:
Zum Selbstverständnis der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft
e.V. (GfA)
Harald Wolf:
Das Netzwerk als Signatur der Epoche? Anmerkungen zu einigen neueren
Beiträgen zur soziologischen Gegenwartsdiagnose
Der Aufsatz behandelt Aspekte der Netzwerkdebatte, die für eine soziologische Deutung der Gegenwartsgesellschaft empirisch wie theoretisch wichtig sind. Zunächst diskutiert er das Konzept der Netzwerkgesellschaft von Castells als Beispiel für die Promotion des Netzes zur Signatur der Epoche. Anschließend zeichnet er die soziale Dynamik des Internet nach, um dann die gewonnenen Einsichten für eine Einschätzung von Problemen und Perspektiven der sozialwissenschaftlichen Netzwerkforschung zu nutzen. Eingebunden in eine relationale Soziologie, so die Schlussfolgerung, vermag die Netzwerkforschung einen wertvollen Beitrag zur Analyse der Gegenwartsgesellschaft zu liefern; die Signatur der Epoche hingegen bezeichnet der Begriff des Netzwerkes nicht.
Christel Kumbruck:
Digitale Signaturen und Vertrauen
Der Beitrag befasst sich mit einem besonderen Aspekt elektronisch vernetzter Organisationen, nämlich der Materielosigkeit der Kooperation und der damit verbundenen zentralen Frage: Wie können wechselseitige Verbindlichkeiten in Organisationen abgesichert werden, wenn die zur Kommunikation und Kooperation benutzten elektronischen Medien die getauschten Informationen nur immateriell und dadurch flüchtig festhalten? Zum Zwecke rechtsverbindlicher Kooperation nutzen Menschen bisher eigenhändige Unterschriften. Es handelt sich dabei um einen psychosozialen Mechanismus, der Kooperationspartner moralisch verpflichtet und auf personalem Vertrauen basiert. In der elektronisch mediierten Welt bedarf es technischer und organisatorischer Hilfsmittel, insbesondere der digitalen Signatur, die sich in vieler Hinsicht von der eigenhändigen Unterschrift unterscheidet. Die Autorin diskutiert die mit der digitalen Signatur einhergehenden Veränderungen in der Ausbildung von Vertrauen, nämlich der Ersetzung von personalem durch Systemvertrauen. Anhand empirischer Beispiele aus Simulationsstudien werden diesbezügliche Irritationen der Nutzer aufgezeigt und daraus abgeleitete technische und organisatorische Bedingungen, die es ermöglichen, das technische Mittel zum Aufbau von Systemvertrauen an den sozialen und personalen Vertrauensentwicklungsprozess rückzubinden.
Lei Delsen:
Das niederländische Bündnis für Arbeit und seine
Wirkungen
'Jobs, Jobs und abermals Jobs' ist das politische Schlagwort in den Niederlanden. In diesem Artikel werden die Hintergründe des niederländischen "Beschäftigungswunders" erläutert und die zentrale Frage beantwortet, ob es möglich und erwünscht wäre, das "Poldermodell" in Deutschland einzuführen und zu implementieren. Gefolgert wird, dass die Übertragbarkeit des Poldermodells beschränkt ist. Es gibt beträchtliche kulturelle und institutionelle Unterschiede zwischen den beiden Ländern. Die Kehrseite des Beschäftigungswunders ist ein starkes Anwachsen der ungesicherten Beschäftigungsverhältnisse mit unerwünschten sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen. Deutschland spielt eine zentrale Rolle in der Europäischen Union; eine Lohnermäßigungspolitik in Deutschland könnte zu einer europaweiten Rezession führen, da ein Teil der Inlandsnachfrage ausfiele.
Michael Lacher:
Gruppenarbeit in der Automobilindustrie. Zwischen Teilautonomie
und Neuorientierung. Eine Zwischenbilanz
Der vorliegende Beitrag behandelt die neueren Auseinandersetzungen um die Ausrichtung der Gruppenarbeit in der Produktion am Beispiel der Automobilindustrie. Anhand von zwei Fallbeispielen aus den Aggregatemontagen sowie der Mechanischen Fertigung wird dafür plädiert, differenzierende Gruppenarbeitskonzepte anzuwenden, die sowohl den unterschiedlichen Produktionserfordernissen wie auch den Belangen der Mitarbeiter Rechnung tragen. Dabei wird berücksichtigt und empirisch nachvollzogen, dass der arbeitsorganisatorische Wandel in der Aggregatefertigung in mehreren Etappen sich vollzogen hat. Es ist unübersehbar, dass die Gruppenarbeitskonzepte sich sukzessive den Leistungserfordernissen der Unternehmen angeglichen haben. In der Rede stehen dabei der teilautonome Gruppenarbeitsansatz, der vor allem Anwendung in der Mechanischen Fertigung findet, sowie der Ansatz standardisierter Gruppenarbeit, der vermehrt in den Montagen der Autofabriken umgesetzt wird.
Kurzbeiträge
Leo Becker, Uwe Jürgenhake, Christian Paqué,
Peter Schnittfeld:
Gruppenarbeit bei der Rasselstein Hoesch GmbH. Das Pilotprojekt Entfettungslinien
Alfons Schmid, Andreas Weinbörner:
Zur Bedeutung von best cases und good practices
bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit
Gerhard Bosch:
Arbeitszeit und Arbeitsorganisation. Zur Rolle von Produkt- und Arbeitsmärkten
im internationalen Vergleich
Im diesem Beitrag wird der Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Arbeitsorganisation thematisiert. Es wurde erstens gezeigt, dass die Veränderungsdynamik bei der Arbeitszeit heute gleichzeitig aus den Produkt- und den Arbeitsmärkten kommt. Während die Beschleunigung der Wirtschaft auf eine Aufhebung aller zeitlichen Begrenzungen beim Arbeitseinsatz zielt, wollen die Arbeitskräfte verschiedene Lebensbereiche in Einklang bringen, sind also nur mit Restriktionen, einsetzbar. Zweitens wurde erkennbar, dass nur ein Teil der Unternehmen dezentrale post-tayloristische Formen der Arbeitsorganisation einführt. Auf der anderen Seite kann man aber eine Wiederbelebung des Taylorismus beobachten, der allerdings nicht mehr wie in der Vergangenheit auf Standardarbeitszeiten basiert, sondern auf der Koordination von Beschäftigtengruppen mit unterschiedlichen Arbeitszeiten. Drittens wurde nachgewiesen, dass man angesichts dieser Ausdifferenzierung der Formen der Arbeitsorganisation für eine Politik der Arbeitsumverteilung unterschiedliche Strategien entwickeln muss. In post-tayloristischen Formen der Arbeitsorganisation mit seiner hohen Selbstorganisation breiten sich überlange Arbeitszeiten aus. In den tayloristischen Arbeitsorganisation mit kurzen Arbeitszeiten geht es vor allem um die Bereitschaft der Beschäftigten zu kurzfristigen Arbeitszeitvariationen.
Frank Bauer:
Probleme der Arbeitszeitgestaltung im Krankenhaus.Erfahrungen
aus der Evaluation eines Modellprojekts
Gegenstand des Aufsatzes sind Erfahrungen aus der Evaluation eines Modellprojekts, das im Auftrag des Landes NRW ausgewählte Krankenhäuser bei der Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes beraten hat. Neben den strukturellen Schwierigkeiten der Arbeitszeitgestaltung im Krankenhaus, die sich aus seiner komplexen Gesamtorganisation ergeben, sind hier vor allem Probleme der Ausgestaltung des Arbeitsbündnisses zwischen Berater und Klient von Interesse: Wie kann es der Beratung gelingen, in einem Handlungsfeld, welches ihr Auftraggeber nicht kontrolliert, dessen politischen Zielvorgaben zur Geltung zu bringen, auch wenn diese zumindest nicht unmittelbar im Interesse aller Beschäftigten im Krankenhaus liegen? Welche Schlußfolgerungen sind aus dieser Konstellation der Beratung im Dreieck, die für öffentlich geförderte Beratungsprojekte nicht unüblich sein dürfte, zu ziehen? Der Text stellt einen Diskussionsbeitrag zu diesen Problemen dar.
Ellen Hilf, Heike Jacobsen:
Deregulierung der Öffnungszeiten und Flexibilisierung der
Beschäftigung im Einzelhandel
Im Streit um die Ladenöffnungszeiten geht es um die Frage, ob eine gesetzliche Regulierung der Arbeits(zeit)bedingungen einer Branche noch zu rechtfertigen ist. Als Beitrag zur Versachlichung der Debatte werden die Erfahrungen mit der Erweiterung der Öffnungsmöglichkeiten seit 1996 auf der Grundlage repräsentativer Befragungen von Betrieben und Beschäftigten des Einzelhandels bilanziert. Untersucht werden die Effekte auf die Handelsstruktur, die Beschäftigung und die Arbeits(zeit) bedingungen. Es wird gezeigt, dass sich die an die Deregulierung des Ladenschlussgesetzes geknüpften positiven Erwartungen mehr Umsatz, mehr Beschäftigung - nicht erfüllt haben. Beschäftigung wurde abgebaut und dereguliert, flexible Arbeitszeitregelungen haben zugenommen. Vor dem Hintergrund der branchenspezifischen Bedingungen im Einzelhandel verstärken längere Öffnungszeiten die eingeschlagenen Entwicklungspfade mit negativen Folgen für die Handelsstruktur, die Beschäftigung und die Qualität des Handelsangebotes.
Hermann Groß, Eva Munz, Hartmut Seifert:
Verbreitung und Struktur von Arbeitszeitkonten
Arbeitszeitkonten haben sich in den letzten Jahren massiv verbreitet. Mittlerweile verfügen mindestens 37% der abhängig Beschäftigten über Arbeitszeitkonten. In mindestens 60% der Betriebe sind unterschiedliche Formen von Arbeitszeitkonten eingeführt. Sie revolutionieren das Arbeitszeitsystem und ersetzen das bisherige Leitbild der Normalarbeitszeit durch variable Arbeitszeitformen. Kennzeichnend für die Struktur von Arbeitszeitkonten ist eine Balance von Deregulierung und Reregulierung. Arbeitszeitkonten haben, weil sie zu einem Abbau von bezahlten, vor allem von unbezahlten Überstunden führen, beschäftigungsfördernde Effekte. Zugleich scheinen diese Effekte wieder durch Produktivitätssteigerungen, die ebenfalls aus dem Einsatz von Arbeitszeitkonten resultieren, zumindest teilweise kompensiert zu werden. Schließlich nützen Arbeitszeitkonten aus der Sicht der Beschäftigten den Betrieben und den Beschäftigten gleichermaßen.
Kurzbeiträge
Klaus Höfer, Cordula Sczesny:
Flexible Standardarbeitszeit und Vertrauensgleitzeit. Ein Erfahrungsbericht
Volltext.....................................................................................................................................................................PDF-Datei
mit 44 Kb
Simon Grossenbacher, Ivars Udris:
Zeitautonom Teilzeit versus Vollzeit arbeitende Männer: Ein empirischer
Vergleich
Birgit Helfmann:
Verkürzte Erwerbsarbeit familienfreundliche und gesundheitsförderliche
Alternative?
Rüdiger Piorr, Elke Heller, Rolf Taubert:
Rückkehrgespräche: Ein wirksames Instrument des betrieblichen
Gesundheitsmanagements(?)
Rückkehrgespräche finden im Rahmen betrieblicher Gesundheitsmaßnahmen eine große Verbreitung. Ihre Wirksamkeit wird vielerorts geschätzt. Gleichwohl liegt ihr Wirkmechanismus nach wie vor im Verborgenen. Der Artikel referiert Implikationen und Vorstellungen unterschiedlicher Gesprächsmodelle und skizziert das Konzept eines nichtrepressiven Gesprächs, das bei den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen zur Anwendung gekommen ist und auf die Etablierung sozialer Verbindlichkeiten abzielte. Die begleitende Evaluation der Rahmenbedingungen des Gesprächs wird in ihren wichtigsten Ergebnissen skizziert: Nichtrepressive Rückkehrgespräche können dazu beitragen, die Beziehung von Mitarbeitern und Führungskräften zu stärken, während ihr Beitrag im Gesundheitsmanagement zu diskutieren bleibt.
Markus Werthebach, Daniel Sodenkamp, Klaus-Helmut
Schmidt:
Rollenklarheit bei Leiharbeit. Ein Vergleich zwischen Leiharbeitnehmern
und festen Mitarbeitern eines Produktionsbetriebes
Anhand eines Praxisbeispiels aus der chemischen Industrie werden die Gründe für den Einsatz von Leiharbeitnehmern sowie deren Einsatzprobleme behandelt. Verglichen wird die Arbeitssituation von 48 Leiharbeitnehmern mit der von 85 Arbeitnehmern der Stammbelegschaft des Entleihunternehmens. Die Ergebnisse zeigen, dass die Leihkräfte ebenso gut instruiert, mit Arbeitsmitteln versehen und mit Leistungsrückmeldung versorgt werden wie die festen Mitarbeiter im Entleihunternehmen. Die Aufgabenklarheit der Leihkräfte entspricht der Aufgabenklarheit der festen Mitarbeiter mit bis zu zwölf Monaten Betriebserfahrung. Eine gemeinsame Betrachtung beider Personengruppen zeigt, dass die Rollenklarheit der Beschäftigten mit zunehmender Betriebserfahrung ansteigt. Weitere Bedingungen von Rollenklarheit liegen im Ausmaß und der Qualität der Informationsversorgung und Leistungsrückmeldung für den Beschäftigten und seine Arbeitsgruppe. Als Folgen einer ausgeprägten Rollenklarheit wurde ein gutes fachliches Selbstvertrauen ermittelt.
Sabine Pfeiffer:
Teleservice im Werkzeugmaschinenbau. Innovationsparadoxien und
Negation von Erfahrungswissen
Im Mittelpunkt von Forschungsprojekten und Praxisberichten zum Thema Teleservice stehen meist technische, vertragsrechtliche oder ökonomische Aspekte. Der Faktor Mensch sowie Fragen der Arbeitsorganisation und Qualifikation spielen dabei meist eine untergeordnete Rolle. So findet der bei Servicetätigkeit traditionell hohe Anteil von Erfahrungswissen und handeln bei der Umsetzung auf Teleservice keine Berücksichtigung. Der nachfolgende Beitrag fasst dazu erste Ergebnisse von Untersuchungen bei deutschen Werkzeugmaschinenherstellern vor dem Hintergrund von Innovationsparadoxien zusammen, identifiziert Mankos und Hemmnisse und versucht daraus Schlussfolgerungen und Forschungsperspektiven abzuleiten.
Thomas Elkeles, Detlef Schulz, Bernd Kolleck, Johann
Behrens:
Erwerbsverläufe und gesundheitsbezogene Statuspassagen.
Empirische Ergebnisse zu Determinanten begrenzter Tätigkeitsdauer
Tätigkeiten, die aus gesundheitlichen Gründen nur zeitlich befristet ausgeübt werden können, führen für eine Vielzahl von auf solchen Arbeitsplätzen Beschäftigten lange vor Erreichen des gesetzlichen Rentenalters zu Statuspassagen im Erwerbsverlauf. Vielmehr von der Art der erreichbaren Arbeitsplätze als von der psycho-physischen Leistungsfähigkeit ist abhängig, ob eine Person relativ gesund am Erwerbsleben partizipieren kann oder relativ krank von ihm ausgeschlossen wird. Der Beitrag stellt auf der Basis zweier repräsentativer Datenkörper empirische Identifizierungsstrategien für die soziodemographischen, arbeitsplatz- und berufsbezogenen Determinanten begrenzter Tätigkeitsdauer vor (Sozio-ökonomisches Panel, SOEP, Gesundheitssurveys der Deutschen Herz-Kreislauf-Präventionsstudie, DHP). Die Wirkung des sozioökonomischen Status hängt mit bestimmten Arbeitsbelastungen am letzten Arbeitsplatz zusammen. Die beste Bewältigung des Problems, bestimmte Tätigkeiten nur begrenzte Zeit und nicht bis ins gesetzliche Rentenalter ausüben zu können, ist der Wechsel im Rahmen von Karrieren oder Laufbahnen. Stellenwechsel aus gesundheitlichen Gründen haben jedoch häufig ungünstige Folgen für den weiteren Erwerbsverlauf und deuten auf Abwärtsspiralen bis hin zur vermutlich endgültigen Beendigung der Erwerbstätigkeit hin. Gegenüber einer solchen Externalisierung des Problems begrenzter Tätigkeitsdauer sind alternative betriebliche Strategien zu stärken.
Kurzbeiträge
Cordula Sczesny, Christl Fingerhuth:
Altersteilzeit als personalpolitisches Steuerungsinstrument - Erfahrungen
eines mittelständischen metallverarbeitenden Betriebes
Simone Schönfeld, Nadja Tschirner:
Mentoring-Programme für Frauen: Eine innovative Strategie mit Perspektive