Zeitschrift Arbeit, Jahrgang 1999

Heft 1 - Heft 2 - Heft 3 - Heft 4

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Heft 1/1999

Christa Schmalzhaf-Larsen, Andrea Becker:
`Meister-Studium'- Ein Beitrag zur Chancengleichheit von Männern und Frauen?

Im nordrhein-westfälischen Modellversuch `Meister-Studium', einer Innovation des dritten Bildungswegs, kann ein Studium ausschließlich aufgrund beruflicher Qualifikation aufgenommen werden. Hier wird der Frage nachgegangen, ob bei diesem `einfachen Weg zur Fachhochschule' gleiche Chancen für Männer und Frauen gegeben sind. Die geschlechtsspezifische Evaluierung zeigt, dass bereits die konzeptionelle Anlage des `Meister-Studiums' dazu beiträgt, Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen zu verhindern. Auch die Umsetzung des Modellversuchs, als Folge der bisher praktizierten Weiterbildungsberatung und -politik, begünstigt Männer gegenüber Frauen. Die Evaluierung plädiert für die Etablierung einer Aufmerksamkeitsstruktur hinsichtlich der geschlechtsspezifischen Auswirkungen solcher Modellversuche.

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Ralf Wetzel:
Integration als Potential. Organisationale Bewältigung massiver interner Störung in Integrationsfirmen

Behinderte Personen sind in vielen Lebensbereichen Benachteiligungen ausgesetzt, die sich auf das Stigma „Behinderung" zurückführen lassen. Integrationsfirmen bezeichnen eine qualitativ neue Beschäftigungsform auf dem ersten Arbeitsmarkt, die Benachteiligungen in beruflichen Kontexten entgegenwirken soll. Dabei leisten diese Firmen weitaus mehr, als „nur" die Konstituierung einer weiteren Beschäftigungsalternative: Über die Bereitstellung von Aktionsräumen, in denen Individualität unabhängig von sozialisierten Mustern geäußert werden kann, besitzen Integrationsfirmen erhebliches soziales Innovationspotential. Eine ungewöhnliche Organisationsstruktur, kollektiv etablierte Sinnkonstruktionen sowie redefinierte Interaktionsmuster fördern das Aufbrechen verfestigter Wahrnehmungsmuster, Individuation und damit Entstigmatisierung. Die Integrationsfirma ist dabei existenziell gezwungen, während der organisationalen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Behinderung Konflikt- und Problemverarbeitungsmuster zu erarbeiten und einzusetzen, deren Qualitäten weit über den Kontext der Reintegration einer Randgruppe hinaus für Organisationen in turbulenten Umwelten von Bedeutung sein könnten.

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Udo Konradt, Renate Schmook:
Analyse der Belastungen und Beanspruchungen an Telearbeitsplätzen. Erste Ergebnisse einer Längsschnittstudie

Im Rahmen einer Längsschnittstudie mit Kontrollgruppendesign zur Bewertung und Gestaltung von Telearbeit (TA) werden die Ergebnisse der ersten von insgesamt acht Wellen vorgestellt. Belastungen/Beanspruchungen wurden an 33 Teleheimarbeits- und alternierenden Telearbeitsplätzen sowie an 13 Kontrollarbeitsplätzen erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Belastungs- und Beanspruchungsprofile bei TA nur marginal von denen der Kontrollgruppe unterscheiden. Dabei verfügt die Gruppe der Teleheimarbeiter über einen größeren Zeitspielraum bei der Arbeit. Die soziale Unterstützung übt keinen moderierenden Effekt auf die Belastungs-Beanspruchungsrelation aus. Vor diesem Hintergrund werden abschließend einige der oft diskutierten Nachteile von Telearbeit diskutiert.

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Michael Jonas:
Transfer über F&E-Orte. Eine Typologie kombitechnologisch orientierter F&E-Einrichtungen aus dem Hochschulbereich

Welchen Beitrag im Wissens- und Technologietransfer können Akteure und Einrichtungen aus dem Hochschulbereich verwirklichen, wenn sie mit industriellen Partnern zusammenarbeiten? Diese Frage steht im Zentrum der folgenden Ausführungen, die auf einer einjährigen empirischen Pilotstudie fußen. In der Studie werden qualitative Methoden genutzt, um den Transferbeitrag kombitechnologisch orientierter Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen (F&E) aus dem Hochschulbereich auf einer organisationalen Ebene zu beleuchten. Die untersuchten Orte legen es nahe, einerseits mithilfe von Invention/Innovation und andererseits von Interaktion/Organisation voneinander unterschieden zu werden. Auf der Basis dieser Differenzpaare läßt sich anschließend eine (Ideal-)Typologie von vier Ortsprofilen entwickeln, die als Untersuchungs- und Erklärungskonzept dient. Das Typologiekonzept wird abschließend genutzt, um die Transferpotentiale und -leistungen der unterschiedlichen F&E-Orte trennscharf herauszuarbeiten.

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Kurzbeitrag

Friederich Wilhelm Mengedoht:
Arbeiten im erfahrungsgeleiteten Qualitätsmanagementsystem. Beispiel für die Nutzung und Förderung des Erfahrungswissen von Beschäftigten in DIN EN ISO 9000ff. konformen Systemen

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Heft 2/1999

Eva Senghaas-Knobloch:
Von der Arbeits- zutr Tätigkeitsgesellschaft? Zu einer aktuellen Debatte

In den meisten frühindustrialisierten Ländern zeigt sich spätestens seit den 80er-Jahren die Problematik hoher Arbeitslosigkeit. Das gilt auch für die Bundesrepublik, insbesondere nach der Vereinigung. Damit ist das sozial-ökonomische Entwicklungsmodell des Fordismus und das mit ihm einhergehende Leitbild der Lohnarbeitsgesellschaft in Frage gestellt. Gleichwohl bleiben subjektive und objektive Funktionen der Erwerbsarbeit für die Individuen und die von ihnen getragenen politischen Gemeinwesen relevant. Im Beitrag werden die aktuellen Strategien zum Abbau von Arbeitslosigkeit vor dem Hintergrund der säkularen Veränderungen in der bundesdeutschen Arbeitsgesellschaft diskutiert. Welche Problemausschnitte liegen einzelnen Strategien zugrunde, und welche arbeits-, sozial- und demokratiepolitischen Implikationen sind mit ihnen verbunden? Welche Probleme müssen bedacht werden, wenn nicht nur Arbeit der Geldökonomie in Betracht gezogen werden soll, sondern das ganze Spektrum menschlicher Tätigkeiten von Männern und Frauen?

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Ursula Müller:
Zwischen Licht und Grauzone: Frauen in Führungspositionen

Der Beitrag beleuchtet die theorie- und forschungsstrategischen Grundlagen der wissenschaftlichen Literatur zu „Frauen in Führungspositionen". Häufig ist noch eine Perspektive der Forschung anzutreffen, die auf Grund der konstant kleinen Zahlen von Frauen in Führungspositionen eine problematische Beziehung von „Frauen und Führung" bereits von vornherein unterstellt und die kreativ-gestaltenden Dimensionen außer Acht lässt. Dies liegt teils am häufig verwendeten Geschlechtsrollen-Ansatz, aber auch an der vielfach noch anzutreffenden Gleichsetzung von betrieblicher und Geschlechterhierarchie. Der Beitrag diskutiert sodann einige neuere Konzepte aus der Diskussion um „Geschlecht und Organisation" und schließt mit einem Plädoyer für die stärkere Beachtung alters-, branchen- und nationalspezifischer Differenzen, um den Blick für sich langsam abzeichnende Veränderungen zu öffnen.

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Susanne Kohn, Thomas Breisig:
Teilzeitarbeit für Führungskräfte? Erkenntnisse aus einer Fallstudie

Obwohl Teilzeitarbeit in der Debatte um die Reduzierung der Arbeitslosigkeit seit Jahren eine wichtige Rolle spielt, ist der Führungskräfte-Bereich davon weitgehend ausgespart geblieben. Dies wird insbesondere mit den klassischen Steuerungs- und Kontrollaufgaben der Führungskräfte und ihrer Vorbildfunktion begründet. In einer interviewgestützten Fallstudie aus einem Chemieunternehmen mit (wenigen) teilzeitarbeitenden Führungskräften werden die Umstände, Bedingungen und Erfahrungen aus Sicht des Betriebes und der Betroffenen untersucht. Es zeigt sich, daß trotz der bestehenden Ansätze die Rahmenbedingungen für Führungskräfte-Teilzeitarbeit nach wie vor sehr ungünstig sind. Die Betroffenen erkaufen sich die Teilzeitarbeit mit einem Karrierstopp, dem Erfordernis ständiger Erreichbarkeit und einer massiven Arbeitsverdichtung.

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Erich Latniak:
Erfahrungen mit dem betrieblichen Einsatz arbeitswissenschaftlicher Analyseinstrumente

Der Beitrag präsentiert Erfahrungen, die im Rahmen betrieblicher Umgestaltungsprojekte mit dem Einsatz ausgewählter Teile des MTO-Instruments als arbeitswissenschaftlichem Analyseverfahren gemacht wurden. Neben der Darstellung der teilweise divergierenden Anforderungen an solche Instrumente im konkreten Projektzusammenhang und den bei der Anwendung auftretenden spezifischen Anpassungsproblemen wird auf die Frage eingegangen, welche Folgen der Einsatz solcher Hilfsmittel für die Beziehung zwischen Berater und beratenem Unternehmen hat.
Neben der Feststellung, dass relevante und sensible Informationen und Interpretationen erst im Verlauf eines sich stabilisierenden Beratungsprozesses erzeugt werden, erwiesen sich die eingesetzten Module als praktikables, aber relativ ,anpassungsaufwendiges` Mittel, das durchaus zu einer fruchtbaren Kooperation im Beratungsprozess beitragen konnte. Die Aufgabe, arbeitswissenschaftliche Instrumente in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln, bleibt dennoch bestehen.

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Kurzbeiträge

Andreas Drinkuth:
Zukunftswerkstatt IG Metall

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Ariunaa Ishig, Winfried Hacker:
Arbeits- und Beanspruchungssituation von pflegepersonal - Vergleichende Untersuchung in Krankenhäusern

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Heft 3/1999

Rüdiger Klatt:
Wie das Leitbild des `virtuellen Unternehmens' wirkt. Beispiele aus der Unternehmenspraxis

Das „Leitbild" des virtuellen Unternehmens, das für die räumliche, zeitliche und soziale Entgrenzung der Leistungserstellung in (globalen) Computernetzen wirbt, entwickelt sich zu einem weiteren Innovationsparadigma für Organisationen.
An drei Fallbeispielen illustriert der Beitrag die „Wirkungen" des neuen Paradigmas auf neuentstehende und auf etablierte Unternehmen. Die Umsetzung dieses Leitbildes in der Unternehmenspraxis erfolgt deutlich vorsichtiger als erwartet. Die konventionellen Strukturen der betrieblichen Leistungserstellung lösen sich, soweit bisher erkennbar, nicht auf. Es ist zu vermuten, dass dem Diskurs um das Zukunftsmodell „virtuelles Unternehmen" eine Reihe „blinder Flecke" anhaftet, die eine erfolgreichere Multimediastrategie der Unternehmen behindert. Vor allem ein desozialisierter, auf den Begriff des Datenaustausches reduzierter Kommunikationsbegriff des Modells führt dazu, die Funktionen räumlicher, zeitlicher und sozialer Integration im Unternehmen systematisch zu verkennen.

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Heinz-Reiner Treichel, Kurt-Georg Ciesinger:
Virtuelle Unternehmen in der Medienwirtschaft. Ein praxisnahes Modell für KMU-Kooperationen

Die Medienindustrie nimmt aufgrund ihres hohen Vorbereitungsgrades in der Nutzung und Produktion neuer Medien eine Vorreiterrolle auch bei der Bildung virtueller Verbünde ein. Ein hochinnovatives kooperatives Unternehmensnetzwerk wurde von den Autoren über mehrere Jahre begleitet. Es zeigte sich, dass die erfolgreiche Etablierung virtueller Unternehmen in mittelständischen Strukturen - anders als dies in der Literatur diskutiert wird - kein Ergebnis deduktiv-planerischer Prozesse ist, sondern auf evolutionären Wachstumsprozessen basiert. Unternehmensverbünde sind für KMU-Branchen ein zukunftsweisender Weg in globale Medienmärkte, der jedoch dann scheitern muss, wenn die Steuerungs- und Planungsgewohnheiten der KMU-Akteure als „Marginalfehler" normativer Entscheidungsmodelle betrachtet werden. Werden hingegen KMU-spezifische Verhaltenskriterien wie Autonomiestreben und marktwirtschaftliches Misstrauen als Fixpunkte der Planung virtueller Verbünde gesetzt und darauf aufbauend Strukturen geschaffen, die Konzeptflexibilität, Freiwilligkeit und Dynamik integrieren, so können auch KMU-Verbünde auf hohem Niveau stabilisiert werden.

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Martin Wind:
Amtsschimmel auf der Datenautobahn. Kommt mit Multimedia und Internet auch die „Online-Verwaltung"?

Die behördliche Nutzung der Informations und Kommunikationstechnik ist seit jeher eng mit Erwartungen an Reformen in der öffentlichen Verwaltung verbunden. Der Beitrag konfrontiert Konzepte zur „vorverlagerten Stadtverwaltung" und zur „virtuellen Verwaltung" mit der aktuellen Situation öffentlicher Verwaltungen. Im Ergebnis wird festgestellt, dass beim verwaltungsinternen Technikeinsatz weiterhin große Defizite bestehen, sich dessen ungeachtet Kommunalverwaltungen aber bei regionalen Online-Projekten als Moderatoren und Promotoren betätigen müssen.

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Knut Blind, Peter Zoche:
Die zukünftige Bedeutung multimedialer Kommunikationsnetze. Ausgewählte Ergebnisse der Delphi `98-Studie

Im Februar 1998 wurden die Ergebnisse der Delphi `98-Studie, einer Umfrage zur globalen Entwicklung von Wissenschaft und Technik, veröffentlicht. Ein Themenfeld ist explizit der Informations- und Kommunikationstechnik und ihren Anwendungen gewidmet, wobei letztere aber auch in andere Fragebögen wie „Dienstleistungen und Konsum" Eingang gefunden haben. Der zweimaligen Befragung haben sich schließlich über 1.800 Forschungs- und Entwicklungs-Experten aus Unternehmen und Hochschulen unterzogen. Die Auswertung der Delphi `98-Umfrage hinsichtlich der Thematik multimedialer Kommunikationssysteme hat zum einen ergeben, dass es sich hierbei um eine Querschnittsthematik handelt, die in viele (Anwendungs) Bereiche anderer Technologiefelder hineinreicht. Zum anderen haben die Ergebnisse die hohe Relevanz vor allem für unsere wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung deutlich gemacht. Aufgrund der Defizite Deutschlands im internationalen Technologiewettbewerb ist der Handlungsbedarf hinsichtlich privater und staatlicher Strategien insbesondere zur Verstärkung der internationalen Kooperation sehr hoch

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Kurzbeiträge

Britta Oertel, Michaela Wölk:
Neu Selbständigkeit im Netz

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Sven Grund, Gundula Grote:
Auswirkung von gegenständlich-virtuellem Lernumfeld auf Wissen und Problemlösen

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Heft 4/99

Ralph-Elmar Lungwitz, Evelyn Preusche:
Vom Mängelwesen zum Macher? Manager in Ostdeutschland als Gestalter einer leistungsfähigen Unternehmens- und Arbeitsorganisation

Der Aufsatz zeigt, wie Manager in der ostdeutschen Industrie an die Gestaltung betrieblicher Arbeits- und Organisationsstrukturen herangehen. Auf der Grundlage von Betriebsfallstudien wird der Zusammenhang von strukturellen Handlungsbedingungen, Situationsdefinitionen, Handeln der Manager und den Ergebnissen diese Handelns nachgezeichnet. In den sich relativ erfolgreich am Markt behauptenden ostdeutschen Firmen sind im Ergebnis des Handelns der Manager Strukturen und Funktionsweisen der Unternehmens- und Arbeitsorganisation entstanden, die sowohl Elemente der tayloristischen Traditionslinie enthalten als auch solche, die darüber hinaus weisen.

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Christiane Jüngling:
Integration mit Macht. Zur Mikropolitik der betrieblichen Gleichstellung von Frauen

Erfahrungen mit der Umsetzung von komplexen Frauenförderprogrammen haben teils zu Ernüchterung, teils zu realistischeren Einsichten darüber geführt, welchen Stellenwert formale Vereinbarungen haben, und wie Entscheidungen in Organisationen tatsächlich zustande kommen. Im folgenden Beitrag werden die strategischen und mikropolitischen Dimensionen von betrieblicher Gleichstellung untersucht. Auf der Grundlage macht- und politiktheoretischer Ansätze der Organisationsforschung werden Ergebnisse der Machtforschung sowie Befunde einer eigenen empirischen Untersuchung hinsichtlich spezifischer Merkmale von Verhandlungs- und Entscheidungsprozessen über Frauenförderung diskutiert. Die Analyse zeigt, dass für AkteurInnen von Gleichstellungspolitik eine „konfliktfähige Konsensstrategie“ besonders geeignet ist: Auf der Mikroebene der direkten Interaktion ist Konfliktfähigkeit gefordert, während bei der strategischen Planung und Umsetzung von Gleichstellungsmaßnahmen eine Orientierung am Konsens der Beteiligten unerläßlich erscheint.

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Daniela Rastetter:
Emotionsarbeit. Stand der Forschung und offene Fragen

Vor über 15 Jahren erschien die Studie von Arlie Russell Hochschild über Emotionsarbeit, d.h. die von Beschäftigten im Service-Sektor zu leistende Arbeit an und mit den eigenen Gefühlen gemäß betrieblicher Vorgaben. In welche Richtung wurde seitdem das Konzept der Emotionsarbeit weiterentwickelt, wie tragfähig erweist es sich in späteren Untersuchungen? Welchen Beitrag leistet es zum Verständnis der Anforderungen an Beschäftigte in Dienstleistungsberufen vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von Kundenorientierung? Die Beschäftigung mit diesen Fragen zeigen, dass im Konzept der Emotionsarbeit viel Brisanz für die Zukunft personenbezogener Tätigkeiten steckt, insbesondere was die Gestaltung und die Bewertung dieser Arbeit auf betrieblicher Seite, aber auch was individuelle Folgen und Bewältigungsstrategien betrifft.

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Joke Frerichs, Helmut Martens:
Projektmanagement und Beteiligung in der Betriebspolitik. Betriebspolitische Innovationen im Rahmen gewerkschaftlicher Organisationsentwicklung

Angesichts organisationspolitischer Rückschläge und Defizite unternehmen die Gewerkschaften in den letzten Jahren verstärkte Anstrengungen, ihre programmatischen, strategischen und organisatorischen Grundlagen zu reformieren. So hat die IG Metall einen umfassenden Organisations-Entwicklungs-Prozess (OE-Prozess) in Gang gesetzt, dessen Ergebnisse im folgenden am Beispiel des Teilprojekts “Beteiligungsorientierte gewerkschaftliche Betriebspolitik” dargestellt werden. Es zeigt sich, dass die Gewerkschaften dort erfolgreich handeln, wo sie die Kompetenzen ihrer Mitglieder und Funktionäre aktiv in die Gestaltung moderner Produktionsprozesse einbringen und diese an der Formulierung und Umsetzung diesbezüglicher Handlungskonzepte beteiligen. Als betriebspolitische Innovation erwies sich die Initiierung von Beteiligungsprojekten zu relevanten betrieblichen Problemen, wobei die Mitglieder der Projektteams in langwierigen Lernprozessen mit der Methode des “Projektmanagements” vertraut gemacht wurden.

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Kurzbeitrag

Andreas Drinkuth:
Zukunftswerkstatt IG Metall

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