Zeitschrift Arbeit, Jahrgang 1998

Heft 1 - Heft 2 - Heft 3 - Heft 4

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Heft 1/1998

Michael Schrader:
Bewältigung von Personalabbau durch Mobilitätsförderung. Ein Ansatz frühzeitiger und betriebsnaher Arbeitsmarktpolitik

Der durch den wirtschaftlichen Strukturwandel erzwungene und in den letzten zehn Jahren stark beschleunigte Personalabbau in Betrieben und Unternehmen hat einen Umfang angenommen, der mit dem klassischen Konzept des „goldenen Handschlags" nicht mehr zu bewältigen ist (1.). Statt der immer weiter vorverlegten Ausgliederung älterer ArbeitnehmerInnen (teilweise ab 50 Jahren) durch Sozialpläne sind in den letzten Jahren Konzepte und Ansätze frühzeitiger und betriebsnaher Arbeitsmarktpolitik (2.) entwickelt und erprobt worden, die betrieblichen Personalabbau als Vermittlung in neue Arbeitsverhältnisse (Mobilitätsförderung) praktizieren. Dieser Beitrag stellt den Ansatz der Mobilitätsförderung vor und definiert Grundanforderungen (3.) an dessen Umsetzung. Er bezieht sich vor allem auf die Praxis neuer Ansätze frühzeitiger und betriebsnaher Arbeitsmarktpolitik in den alten Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich (ÖSB).

Friedemann W. Nerdinger:
Extra-Rollenverhalten in Organisationen. Stand der Forschung und der dimensionalen Struktur des Konstrukts

Als Extra-Rollenverhalten werden im Betrieb gezeigte Verhaltensweisen bezeichnet, die nicht in formalen Rollenvorschriften festgelegt sind und Auswirkungen auf den betrieblichen Erfolg haben. Dieser Verhaltensbereich hat seit den 80er Jahren das verstärkte Interesse der Forschung in den angelsächsischen Ländern gefunden. Nach einem kurzen Überblick über erste Konzeptionen des Extra-Rollenverhaltens und seiner aktuellen Bedeutung wird der Stand der Forschung skizziert. Bislang dominieren Versuche, die dimensionale Struktur aus Sicht der Unternehmen zu bestimmen, die Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde dagegen weitgehend vernachlässigt. In einer qualitativen Studie wurde daher mit der Methode kritischer Ereignisse deren Perspektive exploriert.

Ekkehardt Frieling:
Drei Jahre in der Praxis - oder welchen Sinn kann Job rotation für Hochschullehrer haben?

Am Beispiel einer Job rotation, die der Autor in der betrieblichen Praxis eines Automobilunternehmens drei Jahre durchführte, werden die Erfahrungen eines Hochschullehrers als "Manager auf Zeit" in diversen Abteilungen eines Betriebes dargestellt. Als Professor für Arbeitspsychologie versuchte er die theoretischen Kenntnisse über die Einführung neuer Arbeitsformen und Managementmethoden in der konkreten Alltagsarbeit umzusetzen. Im Beitrag werden u.a. die zentralen Konflikte geschildert, die z.B. bei der Einführung von Gruppenarbeit in Projekt- und Steuerteams, der "optimalen" Arbeitsstrukturierung etc. aufgetreten sind. Am Ende steht eine Reflexion über die Dynamik von Organisationen, den Potentialen der Praxistätigkeit von Wissenschaftlern in arbeitswissenschaftlichen Kompetenzzentren und welche Konsequenzen aus den Erfahrungen für die erforderliche Gestaltungskompetenz von Arbeitswissenschaftlern in Forschung und Lehre zu ziehen sind.

Elke Ziegler, Margarete Boos, Ivars Udris:
Die Methode des vernetzten Denkens, dargestellt am Beispiel von Alltagstheorien des betrieblichen Absentismus

Es wird eine Methode vorgestellt, die die Prinzipien des vernetzten Denkens umsetzt. Am Beispiel des betrieblichen Absentismus, d.h. motivational bedingten Fehlzeiten, wird eine partizipative Vorgehensweise zur Ermittlung der Alltagstheorien von betrieblichen Akteuren (Arbeitern und Meistern) beschrieben. Bestandteile der Methode sind computergestützte Gruppendiskussion, Darstellung der Alltagstheorien als Netzwerke und ihre Analyse mittels graphentheoretischer Konzepte. Die Förderung des vernetzten Denkens hat neben ihrer wissenschaftlichen Relevanz Bedeutung für die Veränderung von Organisationen.


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Heft 2/1998

Petra Radke, Wiebke Störmann:
Qualifizierung und Chancengleichheit. Auswirkungen staatlicher Bildungsmaßnahmen während des Erziehungsurlaubs

Ausgangspunkt der Analyse ist das Ziel, die bestehenden Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verringern und die Aufstiegs- und Karrierechancen von Frauen zu verbessern. Dabei wird unterstellt, daß die geringeren Löhne und schlechteren beruflichen Perspektiven von Frauen zum Teil dadurch begründet sind, daß Mütter in der Regel ihre Berufstätigkeit länger unterbrechen als Väter. Hier stellt sich die Frage, welche Anreize Frauen zur Verkürzung des Elternurlaubs gesetzt werden können. Auf der Basis eines ökonomischen Modells untersucht der Beitrag den Einfluß von staatlich finanzierten Qualifikationsmöglichkeiten während des Erziehungsurlaubs auf die Dauer der freiwilligen Erwerbsunterbrechungen. Es zeigt sich, daß die Auswirkungen einer Erhöhung öffentlich finanzierter Bildungsmaßnahmen auf die Dauer des Elternurlaubs wesentlich von den Rechtsvorschriften bezüglich des Lohnes beim Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit abhängen. Im Hinblick auf das gleichstellungspolitische Ziel ergibt sich aus der Analyse die Forderung, entweder eine Kombination aus garantierten Löhnen nach dem Wiedereinstieg und einer Verpflichtung zur Qualifizierung zu etablieren oder auf beide ordnungspolitischen Instrumente zu verzichten.

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Carsten Beyse, Gerd Möll:
Einzelfertigung in Ostdeutschland - ein chancenreiches Produktionskonzept ohne Zukunft?

Vor dem Hintergrund des anhaltenden Prozesses der De-Industrialisierung in Ostdeutschland beschäftigt sich der Beitrag mit den Voraussetzungen und Chancen einer Alternative zur Massen- und Großserienproduktion: der kundenspezifischen Kleinserien- und Einzelfertigung. Am Beispiel eines wichtigen Bereichs des Maschinenbaus wird die These erläutert, daß zwischen den in vielen ostdeutschen Betrieben vorhandenen Qualifikations-, Wissens-, Organisations- und Technikpotentialen und den gegenwärtigen Anforderungen an die Einzelfertigung oftmals eine empfindliche Lücke besteht. Zur Beseitigung dieser Lücke sind betriebsinterne Umstrukturierungen zwar notwendig, aber nicht hinreichend. Angesichts neuartiger Anforderungsprofile könnte sich in absehbarer Zeit insbesondere für kleinere Betriebe herausstellen, daß komplexe Einzelfertigung von ihnen nicht mehr autonom geleistet werden kann. Immer wichtiger wird für ostdeutsche Betriebe deshalb die verstärkte Suche nach praktikablen Formen zwischenbetrieblicher Kooperation.

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Arnd Brinkmann, Joachim Fidorra:
Arbeitszeitflexibilisierung im Spannungsfeld zwischen Arbeitszeitpolitik und Arbeitszeitwünschen. Arbeitszeitpräferenzen von FahrerInnen im Öffentlichen Personennahverkehr -

Die gegenwärtige Richtung der Diskussion um Arbeitszeitflexibilisierung läßt befürchten, daß der Legitimationscharakter ökonomischer Funktionalitätslogiken den Blick auf die soziale Verfaßtheit gesellschaftlicher Zeitstrukturen verschließt. Damit wird aber verkannt, daß Lage und Dauer der Erwerbsarbeitszeit nicht nur das gesundheitliche Wohlbefinden der Beschäftigten beeinflussen, sondern hierüber auch individuelle Lebenschancen hinsichtlich der Möglichkeiten sozialer Teilhabe entweder ver- oder erschlossen werden. In diesem Zusammenhang werden im folgenden Beitrag Ergebnisse aus einem empirischen Forschungsprojekt im Öffentlichen Personennahverkehr vorgestellt. Der hohe Bedeutungsgrad der Chance, am allgemeinen gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, läßt sich insbesondere an den Arbeitszeitpräferenzen des Fahrpersonals im Öffentlichen Personennahverkehr darstellen. Für die meisten der dort beschäftigten Fahrerinnen und Fahrer ist das Wort Normalarbeitszeit nämlich von jeher ein Fremdwort gewesen.

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Peter Mehnert:
Arbeits- und Gesundheitsschutz im Fleischer-Handwerk

Über die speziellen Arbeitsbedingungen in Kleinbetrieben ist nur wenig bekannt. Das vorliegende Projekt hatte zum Ziel, die Belastungsstrukturen im Fleischer-Handwerk zu untersuchen und gegebenenfalls Vorschläge und Maßnahmen zum Abbau dieser Belastungen zu entwickeln. Als eine wesentliche körperliche Belastung stellte sich das manuelle Handhaben von Lasten heraus. Hohe Prävalenzen von Beschwerden im Haltungs- und Bewegungsapparat wurden in der Befragung gefunden. Kälte, Temperaturschwankungen und Zugluft wurden als klimatische Belastungen häufig genannt. Zugluft wurde dabei als besonders belastend bewertet. Häufige Erkrankungen der Atemwege deuten auf einen Zusammenhang mit dem Klima am Arbeitsplatz hin. Ergonomische Defizite zeigten sich insbesondere bei der Einzelarbeitsplatzbeleuchtung an Maschinen. Zeitdruck, Streß, hohe Konzentration, Überstunden und Störungen des Arbeitsablaufes sind die häufigsten psychischen Belastungen.

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Praxisbericht

Gerd Hurrle, Brigitte Hurrle:
Unternehmensfusionen scheitern, werden sie nicht von den Beschftigten mitgetragen

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Tagungsbericht.....................................................................................................................................................................PDF-Datei mit 14 Kb

English abstract....................................................................................................................................................................PDF-Datei mit 10 Kb

Rezensionen.........................................................................................................................................................................PDF-Datei mit 62 Kb


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Heft 3/98

Ulrich Faber:
Das betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutzrecht der Bundesrepublik nach der Umsetzung der europäischen Arbeitsumweltrichtlinien

Das deutsche Arbeitsschutzrecht hat durch die Rechtssetzung der Europäischen Union wichtige Impulse erfahren. Vor dem Hintergrund des überkommenen ordnungsrechtlichen Verständnisses des Arbeitsschutzrechts werden anhand der europäischen Regulierung und des neuen Arbeitsschutzgesetzes wesentliche Neuorientierungen vorgestellt. Die neuen Vorschriften bilden einen geeigneten rechtlichen Handlungsrahmen, um den Wandel in der Arbeitswelt, hervorgerufen etwa durch neue Technologien oder innovative Konzepte der Arbeitsorganisation, sicher und gesund zu gestalten. Der Erfolg des neuen Arbeitsschutzgesetzes wird davon abhängen, wie die betrieblichen Akteure die neue Philosophie des Arbeitsschutzrechts annehmen.

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Ulrich Pröll:
Prävention in der handwerklich-kleinbetrieblichen Arbeitswelt. Wege zu einem milieugerechten Leitbild

In der Bundesrepublik konzentrierten sich die Bemühungen zur Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit bislang auf große Unternehmen, so daß aktuell ein Defizit an spezifischen Leitbildern und Präventionskonzepten für die kleinbetriebliche Arbeitswelt besteht. Gestützt auf eine kritische Diskussion vorhandener Forschungs- und Entwicklungsansätze und Befunde einer am salutogenetischen Paradigma orientierten empirischen Analyse des Handwerks als „präventives Milieu" bzw. „setting" (betriebliche Risiken und Ressourcen, zwischen- und überbetriebliche Netzwerke mit Präventionspotential, praktische Erfahrungen aus Interventionsprojekten) werden die Konturen eines sektorspezifischen Leitbildes der Prävention entworfen. Dieses versucht eine zukunftsfähige Leit- bzw. Werkidee, ein betriebliches Handlungsmodell und ein Instrumenten- und Supportkonzept zu integrieren.

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Hans J. Pongratz:
Kommunikationstraining. Thesen zum Wandel eines eigenständigen Segments betrieblicher Weiterbildung

Kommunikationstrainings haben sich als relativ eigenständiges Segment betrieblicher Weiterbildung etabliert. Dieser Aufsatz will zu einer stärkeren wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem spezifischen Bildungssegment anregen und auf mögliche Forschungsfragen hinweisen. Es wird die These vertreten, daß Kommunikationstrainings nach einer Wachstumsphase in den achtziger Jahren nunmehr deutliche Krisenerscheinungen aufweisen. Seminarerfahrene TeilnehmerInnen stellen neuartige Ansprüche, auf welche erfolgsverwöhnte TrainerInnen nur unzureichend vorbereitet sind. Während die methodisch-didaktische Entwicklung _ abgekoppelt von der berufspädagogischen Forschung _ stagniert, versuchen Betriebe in neuem Maßstab, Trainings für Organisationszwecke zu instrumentalisieren. Es zeichnen sich Tendenzen in Richtung auf ein noch breiteres und diffuseres Aktionsfeld für TrainerInnen ab. Auch wenn eine stärkere formale Regelung dieses Bildungssegments wenig aussichtsreich erscheint, wird für kollektive Strategien zur Interessenvertretung auf Trainerseite und die Schaffung größerer Transparenz in einer eigendynamischen Entwicklung durch sozialwissenschaftliche Forschung plädiert.

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Christoph Meier:
Zur Untersuchung von Arbeits- und Interaktionsprozessen anhand von Videoaufzeichnungen

Audiovisuelle Medien und Darstellungsformen nehmen in unserem (Arbeits-)Alltag einen größer werdenden Raum ein. Die Möglichkeiten und Implikationen des Einsatzes von audiovisuellen Aufzeichnungen in der sozialwissenschaftlichen Forschung sind aber bislang vernachlässigt worden. Dabei stoßen etablierte Forschungsstrategien an Grenzen, wenn es um die Beschreibung und Analyse flüchtiger Arbeits- und Interaktionsprozesse geht. Ein alternatives Vorgehen besteht darin, audiovisuelle Dokumentationen zum Ausgangspunkt zu machen. Dies muß mit einer Analysestrategie verbunden werden, deren Kategorien auf dem aufbauen, was für die Beteiligten selbst von handlungsleitender Relevanz ist. Allerdings stellen sich bei einem solchen Vorgehen methodische Fragen und technische Schwierigkeiten. Der vorliegende Beitrag behandelt diese Fragen und zeigt anhand von zwei Fallstudien zu Telekooperation Lösungen für technische Probleme auf.

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Tagungsbericht.....................................................................................................................................................................PDF-Datei mit 16 Kb

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Rezensionen.........................................................................................................................................................................PDF-Datei mit 26 Kb


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Heft 4/98

Annegret Bolte:
Beim CAD geht das Konstruieren langsamer als das Denken". Zum Einfluß des Einsatzes von CAD-Systemen auf das Arbeitshandeln von Planern

Anhand einer empirischen Untersuchung bei Bauingenieuren und Technikern konnte die Verfasserin nachweisen, daß der Umgang mit CAD-Systemen zu weitreichenden Änderungen in den Vorgehensweisen von Planern gegenüber einer Arbeit am Zeichenbrett führt. Die Arbeit mit CAD-Systemen erzwingt von den damit Arbeitenden eine andere Herangehensweise und damit Konstruktionslogik. Dadurch sind die eher künstlerischen Elemente von Entwurfsarbeit gefährdet. Die vorgestellten Ergebnisse zur Informationswahrnehmung auf dem Bildschirm geben zudem Hinweise für die weitere Technikgestaltung als Voraussetzung für kreative und innovative Arbeit von Ingenieuren und Technikern.

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Gerhard Bosch:
`Jobless Growth'? Die Auswirkung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Beschäftigung*

In diesem Beitrag werden die wichtigsten vorliegenden Prognosen zu den Auswirkungen der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) auf die Beschäftigung analysiert und miteinander verglichen. Neben der methodischen Anlage der Untersuchungen werden vor allem die Annahmen der Prognosen, die Indikatoren für die Diffusionstheorien der Verfasser sind, thematisiert. Den Prognosen liegen implizit oder explizit Theorien über die Diffusion der neuen IuK zugrunde. Wenn es sich nur um einen inkrementalen technischen Fortschritt handelt, der innerhalb der bestehenden Strukturen umgesetzt werden kann, sind einfache Diffusionstheorien hinreichend, die wie klassische ökonomische Theorien zum technischen Wandel davon ausgehen, daß eine hohe Preiselastizität der Nachfrage besteht und sich neue Produkte und Dienstleistungen vor allem über Preissenkungen verbreiten. Es wird gezeigt, daß die Auswirkungen der IuK nur mit komplexeren Diffusionstheorien erkannt werden können, da es sich um eine technische Revolution handelt. Bei technischen Revolutionen werden gesellschaftliche Institutionen grundlegend verändert, und es bedarf neuer Paradigmen etwa bei der Organisation von Arbeit.

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Gunter Lay:
Dienstleistungen in der Investitionsgüterindustrie. Konsequenzen für Betriebsorganisation und Personal

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Debatte um den Industriestandort Deutschland beschäftigt sich der vorliegende Beitrag mit einer Alternative zu den gängigen Konzepten des Kostenwettlaufs oder der Produktionsverlagerung: der Integration von Sachgutproduktion und produktbegleitender Dienstleistung. Auf der Grundlage einer aktuellen Erhebung in der Investitionsgüterindustrie wird dargestellt, welchen Umfang und welche Inhalte das Dienstleistungsangebot der deutschen Firmen hat. Darauf aufbauend wird gezeigt, daß u.a. die betriebliche Organisation der Investitionsgüterbetriebe und die Qualifikation der darin Beschäftigten an die neuen Aufgaben anzupassen sind. Mit drei Praxisbeispielen wird veranschaulicht, wie unternehmensspezifisch Lösungen beim Übergang von der Sachgutherstellung zur Produktion von Sachgütern und produktbegleitenden Dienstleistungen aussehen können.

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Clemens Kraetsch, Rainer Trinczek:
Arbeitszeitflexibilisierung in Klein- und Mittelbetrieben des Produzierenden Gewerbes . Stand, Entwicklung und Probleme

Kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) gelten in der Öffentlichkeit häufig als sehr viel flexibler als die mitunter als `sklerotisch' und `überbürokratisiert' apostrophierten Großunternehmen. Diese Einschätzung ist hinsichtlich der Arbeitszeit-Flexibilisierung nur teilweise durch das vorliegende Datenmaterial gedeckt: So wird in zahlreichen (quantitativen) Studien auf ein vergleichsweise niedriges Niveau von Arbeitszeitflexibilisierung in den KMU hingewiesen. Dennoch dürften die Arbeitszeitstrukturen in der weitgehend durch Informalität geprägten Betriebspraxis der KMU insgesamt flexibler sein, als es sich in der Literatur mitunter darstellt. Gleichzeitig haben KMU aber auch mit spezifischen Problemlagen zu kämpfen, was die Einführung innovativer Arbeitszeitmuster betrifft: Unzureichende Organisationsstrukturen, mangelndes Wissen, mentale Vorbehalte bei den (Eigentümer-)Unternehmern und ein fehlendes systematisches Personal- bzw. Arbeitszeitmanagements.

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